Die Kehrseite der WM: “Bewegung der Hüttenbewohner” aus Südafrika zu Gast an Rhein, Ruhr, Wupper
Südafrika. Die Streiks und Proteste rund um die südafrikanischen Fußballstadien in der vergangenen Woche haben die alltägliche soziale Lage im WM-Land in die Weltmedien gebracht. Die WM mit ihren Mega-Investitionen hat den SüdafrikanerInnen nicht die versprochen Arbeitsplätze und Wohnungen gebracht. Im Gegenteil. Sie hat dazu beigetragen, die Politik gegen die Armen noch zu verschärfen. Im Vorfeld der WM wurden viel Menschen aus ihren Siedlungen in Umsiedlungslager vertrieben. In und um die Stadien dürfen die Straßenhändler nicht arbeiten. Dann wurde auch noch den Beschäftigten in den privaten Sicherheitsdiensten reguläre Lohnzahlungen und erträgliche Arbeitsbedingungen verweigert. In der letzten Woche kan es zu Streiks, die sich auf mehrere Städte und Branchen ausweiteten. Es gab demonstrative Besetzungen und Protestmärsche gegen den unsozialen Charakter der WM und den Charakter der Fifa, die zum Teil brutal niedergeschlagen wurden. In der kommenden Woche besteht nun die Gelegenheit, sich aus erster Hand ein genaueres Bild über die aktuelle Lage, Hintergründe und Gegenstrategien zu machen.
Zwei AktvistInnen aus den südafrikanischen Basisbewegungen sind zu Gast in Aachen, Köln, Bochum, Heidelberg, Dortmund und Wuppertal.
Wir freuen uns auf den Besuch von:
- Zodwa Nsibande aus der Selbstbausiedlung „Kennedy Road“ in Durban. Sie ist eine gewählte Verteterin der “Bewegung der HüttenbewohnerInnen” (Abahlali baseMjondolo, AbM) , der größten Basisbewegung von städtischen Armen in Süd-Afrika. AbM legt großen Wert auf eine konsequente Basisdemokratie und völlige Unabhängigkeit vom regierenden ANC und seinen Bündnispartnern. Diese Haltung hat in der letzten Zeit zu heftigen Repressalien gegen diese und ähnliche Bewegungen geführt. Im letzten Jahr kam es zu von der Polizei geduldeten gewaltsamen Attacken auf die Siedlung Kennedy Road. AbM-Aktivistinnen mussten flüchten, einige wurden für Monate in Gefängnissen festgehalten. Dagegen kam es zu Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt. Erst vor wenigen Tagen konnte AbM wieder ein Meeting in Kennedy Road abhalten. Der Besuch von Zodwa Nsibande soll also nicht nur über die wahren Zustände in Süd-Afrika aufklären. Wir verstehen ihn auch als Beitrag zur internationalen Solidarität mit der Selbstorganisation des Armen und Ausgegrenzten in Süd-Afrika und sonstwo.
- Richard Pithouse, ein unabhängiger Aktivist und Politikwissenschaftler an der Rhodes University. Als Wissenschaftler kritisiert er den ANC sowie die Kürzungs- und Privatisierungspolitik der Regierung gegen die Masse der Bevölkerung. Als undogmatischer Linker versucht er, Lehren aus den südafrikanischen Erfahrungen zu ziehen und plädiert für eine autonome Selbstorganisation der Bewegungen. Als Aktivist unterstützt er vor allem Abahlali baseMjondolo.
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Programm: 21.6. bis 25.6:
Zodwa Nsibande und Richard Pithouse
AN RHEIN, RUHR, WUPPER
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**** MONTAG 21. JUNI ****
— AACHEN —
18:00 Uhr – 20:00 Uhr
(in der Pause zwischen den Fußballspielen)
öffentliche Veranstaltung von MISEREOR und Agenda 21-Partnerschaft
Aachen-Kapstadt.
Blechcontainer statt WM-Stadion
Bericht aus den Armensiedlungen in Südafrika
MISEREOR-Geschäftsstelle, Mozartstr. 9, 52064 Aachen, Raum 106
**** DIENSTAG, 22. JUNI ****
— KÖLN —
Nach der Pressekonferenz 11.-12:30 Uhr im Domforum Köln (Misereor) -
gemeinsames Mittagessen (Gäste willkommen). InteressenInnen aus Köln u. Umgeb. bitte kurz bei mir
— BOCHUM —
19:30 Uhr
im Kulturzentrum Bahnhof Bochum-Langendreer:
Veranstaltung
“Friede den Hütten…?”
http://www.bahnhof-langendreer.de/index.%E2%80%A6clang=0&ID=3246
Veranstalter:
MieterInneverein Witten/Mieterforum Ruhr, Kulturzentrum Bahnhof Bochum-Langendreer, und BISA (Bochumer Initiative Südliches Afrika)
**** DONNERSTAG, 24. JUNI ****
— Dortmund —
11:00 Uhr Pressekonferenz.
Tagsüber für Medien und besonders Interessierte Gelegenheit zu
Hintergrundgesprächen. Bitte melden!
19:00 Uhr Veranstaltung
im KulturHaus Taranta Babu,
Humboldtstr. Ecke Amalienstr., 44137 Dortmund
“Erfahrungen und Perspektiven unabhängiger Selbstorganisation“
Dialog mit Zodwa Nsibande und Richard Pithouse
Veranstalter: Habitat Netz, Taranta Babu, LabourNet und anderen Gruppen aus Dortmund.
**** FREITAG, 25. JUNI ****
— Wuppertal —
Ca. 14:30 Welcome-Aktion an einem markanten Ort in Elberfeld
Wird moch bekannt gegeben
Ab ca. 16 Uhr: Schusterplatz am Ölberg in Elberfeld
„4. Woche“ der Marginalisierten im Freien.
(Das Geld ist alle. Es gibt Umsonst-Essen)
mit: Unterstützerkreis „4. Woche“ und „Basta! Bewegung gegen das Totsparen und für das Recht auf die Stadt“
Ca. 18:30 Uhr
WER HAT DAS RECHT AUF DIE STADT?
Diskussion mit Videos
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Die Reise beruht auf einer Initiative des International Network of Urban Research and Action“ (INURA) , Zürich. Sie wird zusätzlich unterstützt von: Hilfswerk Misereor (deren Projektpartner AbM ist) und dem Forum Umwelt und Entwicklung, Bonn. Auch bei allen lokalen UnterstützerInnen bedanken wir uns für die spontane Mitwirkung
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Ich hab begonnen, ein paar Hintergrundinfos und Links auf einem Dokumentationsblog für die Reise zusammen zu stellen. Hier soll es dann auch Berichte von der nächsten Woche geben.
Friede den Hütten!
http://suedafrika.habitants.de
Knut Unger, Habitat Netz. e.V.










